Wir stehen jetzt in Athen auf einem Stellplatz, der eher einem Busdepot gleicht. Wir sind eingeparkt von lauter Bussen und beschützt von zwei deutschen Schäferhunden. Daher müssen wir auf Willi besonders achten. Sonst wird er ihr Frühstück. Vom Stellplatz sind wir nach einer kleinen Zwischenmahlzeit ins Zentrum aufgebrochen. Der Busbahnhof ist knapp hundert Meter entfernt. Jule hatte herausgefunden, dass wir mit der Linie 51 fahren müssen. Das war ganz lustig und hat alles prima geklappt. Der Bus fährt alle 10 Minuten. Die Preise können sich auch sehen lassen. 1,20€ / Person für 90 Minuten. Einziges Manko – Hunde dürfen nur in Tierkörben transportiert werden. Also musste Willi zu Hause bleiben. Glücklicherweise stehen wir im Schatten und es ist nicht ganz so warm.
Wir wollten eigentlich zur Akropolis. Da wir aber nicht mit der U-Bahn weitergefahren sind, haben wir sie eher umrundet. War aber auch so ganz nett, weil wir durch die engen Gässchen des Flohmarktes gelaufen sind. Morgen wollen wir dann den Aufstieg wagen. Wir wissen ja jetzt, wo wir hin fahren müssen.
Im Moment regnet es. Einer der wenigen Regenmomente unserer Reise. Wir freuen uns darüber, weil jetzt das Salz und der Staub etwas abgewaschen werden. Vielleicht brauchen wir doch keine Waschanlage zu suchen. Was uns auffällt ist der große Unterschied zwischen neuen und verfallenen Gebäuden. Sie stehen teilweise direkt nebeneinander.
20.05.26 – Wir stehen früh auf, um einen der begehrten Plätze auf der Akropolis zu erhaschen. Um 9:17 Uhr fahren wir los. Wir fahren mit dem Bus Linie 51 und dann mit der Metro 2 vier Stationen. Wir kommen oh Wunder direkt am Eingang zur Akropolis an. Dort reihen wir uns in die Schlange der vielen Menschen, die auch den Weg zur Burg antreten wollen. Es ergeben sich nette Gespräche. Hinter uns ist ein australisches Ehepaar, die aktuell auf Weltreise sind. Sie machen eine Tour durch Europa und die Welt. Enden werden sie in der USA wo zwei Ihrer Kinder wohnen. Ein anderes Paar macht eine Kreuzfahrt durch Mittelmehr auf der Mein Schiff. Sie wollen den Landgang in Athen nutzen um die Akropolis zu besuchen. So vertreiben die Gespräche die lange Wartezeit. Als wir dran sind wird der Einlass von 12:45 Uhr auf 13:45 umgehängt. Ärgerlich, aber wo wir nun mal schon da sind, richten wir uns eben ein. Ein kleiner Spaziergang, eine Limonade im Cafe und dann noch eine gute Stunde warten. Heike war beim Bäcker und hat uns leckeres Baguette mitgebracht und einen Stuten. Danach ging es endlich los. Der Anstieg ist beschwerlich, aber weniger anstrengend als erwartet. Oben dann bietet sich ein atemberaubender Anblick über ganz Athen. Auch der Tempel der Athene ist super. Wenngleich vor 47 Jahren konnte man noch zwischen den Säulen wandeln. Das ist jetzt alles abgesperrt. Aber man kann es verstehen. Auch die Säulen dürfen nicht berührt werden. Aber man kann das verstehen. Wenn jeder seine Griffel dort verewigt, schleift sich irgendwann die dicke Säule ab. Wieder unten in der Stadt treten wir die Rückreise an. Mit der Metro fahren wir – nein Heike und Jule, ich folge in der nächsten Metro zur Bus Haltestelle. Die Metro war einfach zu voll. Wir verpassen uns natürlich. Ich fahre eine Haltestelle zu weit. Muss drehen und bin dann gerade da, als Heike und Jule mit dem Bus weiterfahren. Naja, das gibt mir die Möglichkeit eine neue SD Karte für die Kamera zu besorgen. Die alte habe ich nämlich – dämlich wie ich bin im Auto fallen lassen. Da ist sie in die Ritze unter dem Fahrersitz gefallen und jetzt ist sie für immer verschollen. Eine Bus später komme ich aber dann auch nach den beiden auf unserem Stellplatz an. Stellplatz ist eigentlich übertrieben. Es ist eher ein Bus Depot. Tag und Nacht kommen Busse an und werden direkt vor unserer Tür gewartet. Den Rest der Nacht hatten wir Hundegebell. Dafür aber einen relativ sicheren Stellplatz mit guten Anschluss an die Öffis.
Später wollen Jule und ich noch einkaufen. Es soll Spaghetti geben. Das hätten wir nicht tun sollen. Aber man weis ja nie, was so alles passiert. Auf dem Weg dorthin passierte dann, was nicht passieren sollte. Beim Überqueren der Straße gleitet Jule auf einem Schlammfleck aus, fällt und bricht sich die Schulter. Damit beginnt der große Stress. Zunächst sitzt sie für 45 Minuten in diesem Schlammfleck. Ein Rettungswagen kommt erst nach 30 Minuten. Glücklicherweise sind zwei nette Griechen/in da und helfen. Jule wird ins Krankenhaus gebracht. Ich besorge Pre Milch für Ella indem ich durch halb Athen düse. Heike kümmert sich um die Kleine. Jules Telefon gibt fast den Geist auf, weil der Akku fast leer ist. Alle sind angespannt. Später fahre ich ins Krankenhaus mit dem Taxi um Jule ein paar Sachen zu bringen. Der Taxifahrer hat mich wohl übers Ohr gehauen. Ich muss 25€ zahlen. Auf der Rückfahrt mit einem anderen Taxi werden nur 10€ abgerechnet. Ist aber egal. Jule ist untersucht und mit einer Schlinge um Hals und Arm entlassen. Ella schläft inzwischen. Allerdings hat sie von der Pre Milch kaum was getrunken und sich vehement vor dem Fläschchen gewehrt. Ach ja, ich konnte Jule mitnehmen. Vorher habe ich sie noch sauber gemacht. Den ganzen Schlamm entfernt. Sie hat zwei Röntgenbilder bekommen uns soll sich einmal pro Woche röntgen lassen.