Vom Westen in den Osten

Woche 5 – Wir haben uns entschlossen drei Tage hier in Kourota zu bleiben. Das hat mit der tollen Lage des Platzes und mit dem Bedürfnis zum Waschen zu tun. Gestern musste ich erst einmal das Waschmaschinen Diplom erwerben. Beim 4. Anlauf hat es endlich geklappt. Die Maschine war dann nach 4 Stunden etwa fertig. Vorher gab es keinen Strom. Dann keinen der ihn anstellt. Dann kein Wasser. Jetzt ist die erste Maschine gewaschen, getrocknet und wieder im Schrank. Vom Platz aus sind wir gestern mit den Rädern zum Lidl gefahren. Die 5 km waren easy zu überwinden. Es gab keine wirklichen Hindernisse wie Berge und nur eine Sackgasse. Zur Belohnung gab es einen von Jule gebackenen Rosinenstuten. Ihre Bemühungen mit dem Enders Backofen werden immer besser.

Mit Ella hatten wir gestern auch viel Spaß. Sie hat viel im Schatten auf Ihrer Spielwiese gespielt. Sie lernt auch schon Quirkel und Kniffel – Passiv jedenfalls. Jetzt interessiert sie das noch nicht ganz so. Aber das kommt denke ich. Gestern Abend haben wir mit Ihr gezaubert und Geschicklichkeitsspiele vorgemacht. Ella hat gejauchzt und gelacht, als könne sie das alles schon verstehen oder habe viel Spass daran. Kann sie natürlich noch nicht. Sie ist ja erst fünf Monate alt – oder vielleicht doch?

Es ist jetzt schon wieder drei Tage her, dass ich mich gemeldet habe. Wir waren inzwischen in Olympia, Demitsana, Stemnitsa, Tripoli und sind jetzt auf der Westseite der Pelepones bei  Leonidi auf einem Campingplatz. Hier wollen wir wieder ein paar Tage bleiben. Doch jetzt erst mal der Reihe nach.

Olympia – die Fahrt dorthin war ziemlich entspannt. Es gab ein paar kleine Probleme dort auf einen Parkplatz zu kommen. Tante Google hat uns wieder mal verarscht (Tschuldigung!). Die Einfahrt zum Parkplatz war etwas versteckt und nicht gut auffindbar. Also sind wir einfach zurück. Weil einige Reisebusse kamen, mussten wir uns eng an den Straßenrand quetschen. Auf dem Parkplatz haben wir dann die letzten beiden Parkplätze genommen. Olympia, war irgendwie ganz anders als ich es in Erinenrung hatte. Damals war es heiß und es gab keinen Schatten. Jetzt standen überall Bäume und einige der Gebäude waren nach historischen Plänen liebevoll wieder aufgebaut. Auf der Laufbahn habe ich meinen ersten olympischen Rekord von 1979 eingestellt. Die die 66,7 Meter lief ich in unter 20 Sek. Danach war ich aber auch total fertig. Toll war, dass wir als Rentner begünstigt waren. Der Eintritt für alle drei kostete nur 40€. Nach Hera, Zeus und all den Tempeln sind wir ins Auto und haben unsere Weiterfahrt geplant. Leider gibt es im Landesinnern wenig Stellplätze. Ich habe aber eine Taverne in Demitsana gefunden. Hier kann man auf dem Parkplatz stehen und übernachten. Man kommt dort auch gut in die Lousious Schlucht. Wenn man denn wandern möchte. Der Platz ist zwar etwas uneben, aber schön zu stehen mit Blick auf die Schlucht. Nach mehr als zwei Stunden waren wir endlich da. Zwischendrin mußten wir ein dringendes Bedürfnis befriedigen. Ella hatte Wahnsinnshunger und machte Heike und Jule wahnsinnig. Also hielten wir an einer Einbuchtung am Straßenrand. Glücklicherweise hat sich meine Befürchtung nicht bestätigt. Wir standen auf Kies und am Berg. Ich hatte Angst, dass ich nicht wieder anfahren kann. Pfft! Hat aber geklappt.

In einem kleinen Bergdorf habe ich mich dann fast festgefahren. Auch hier war Tante Google keine wirkliche Hilfe. Ich wurde oft fehlgeleitet. Einmal musste ich mehr als 50 Meter rückwärts in abschüssigem Gelände. Die Straßen in den kleinen Dörfern sind einfach nicht für große Fahrzeuge gemacht. Schließlich haben wir es dann aber bis zur Taverne geschafft. Da es spät war sind wir dort eingekehrt und haben dort leckere Köstlichkeiten zu uns genommen. Heike und Jule waren nicht so begeistert. Ich war aber vollauf zufrieden.

Am nächsten Morgen wurden wir von Ponies und Katzen belagert. Ella hat sogar eins mit ihren Füßen gestreichelt. Nach dem Frühstück sind wir mit Jules Auto nach Demitsana gefahren.

Ein kleiner Stadtbummel durch die engen Gässchen brachte uns ein Muttertags Geschenk für Heike. Ein paar schöne Ohrstecker. Demitsana war für die Entwicklung Griechenland bedeutsam. Hier kam der Wiederstand auf, der zur Revolution im 19Jh. führte. Ferner gab es hier viele Pulverfabriken. Heute ist der Ort beliebtes Ausflugsziel. Weswegen und jede Menge Reisebusse entgegen kamen.

Von Demitsana fuhren wir weiter. Eigentlich wollten wir zur Lousious Schlucht. Haben aber den Abzweig verpasst. Da auf den engen Bergsträßchen kaum zu wenden ist blieben wir auf der engen Gebirgsstraße. Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass die Straße nicht nur eng, sondern auch an einigen Stellen abgebrochen war oder abzubrechen drohte. Bei Schluchten von mehr als 100 Metern nicht immer prickelnd. Zumal an vielen Stellen auch keine Leitplanken oder Absperrungen existierten.

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